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Absolut ir(r)e! – Trekking an Irlands wilder Westküste

Absolut ir(r)e! – Trekking an Irlands wilder Westküste
Text: Moritz Becher | Fotos: Jürg Buschor | Datum: 15.04.2017
Absolut ir(r)e! – Trekking an Irlands wilder Westküste
Bevor der Atlantik England erreicht, prallt er auf die Westküste Irlands. Ebenso wild wie das Meer ist die Landschaft. ­Geprägt von unbändiger Schönheit, jahrtausendealter Kultur und herzlichen Menschen. Wer einmal dort war, nimmt meist eine Sehnsucht mit, die ihn immer wieder zurückkehren lässt.
ein, wir sitzen nicht in einem Werbespot für irischen Whiskey oder Butter von der grünen Insel. Aber wir könnten. Es fühlt sich an nach heiler Welt, nach einer Besinnung auf die wesentlichen Dinge, nach Herzlichkeit und einem einfachen, aber schönen Leben. Vor uns stehen zwei unvermeidbare Guiness-Biere, schwarzbraun, mit cremiger Blume. Geredet wird nicht viel, nur gelauscht. In der Ecke neben dem leicht in die Jahre gekommenen Bartresen hocken drei irische Gentlemen, denen ein hartes, arbeitsreiches, aber nicht humorloses Leben anzusehen ist, an ihren Instrumenten. Auf ihren Dudelsäcken, Gitarren und Violinen spielen sie irische Volkslieder, singen in einem Kauderwelsch, das mit Schulenglisch quasi nicht decodiert werden kann. Egal, es fühlt sich einfach nur unglaublich gut an, hier, im Schummerlicht des Dorf-Pubs von Ballyvaughan zu sitzen und Irland zu hören, zu schmecken, zu sehen und zu fühlen. Nach den Wandertagen verströmen unsere Fusssohlen diesen bittersüssen Schmerz aus Erschöpfung und Entspannung. Während Jürg und ich tiefer und tiefer in die herrlich ausgesessenen ­Sofapolster sinken, driften unsere Gedanken ab in die Erlebnisse der vergangenen zwei Tage ...
Auf dem Weitwanderweg «Burren Way» beeindrucken die endlosen, in Handarbeit aufgeschichteten Steinmauern.
Absolut ir(r)e! – Trekking an Irlands wilder Westküste
Auf dem Weitwanderweg «Burren Way» beeindrucken die endlosen, in Handarbeit aufgeschichteten Steinmauern.
Absolut ir(r)e! – Trekking an Irlands wilder Westküste

Von den Klippen bis zum Mond

Von Dublin aus waren wir gestartet, um einen kleinen Teil der irischen Westküste zu erkunden. Nach drei Stunden Autofahrt und drei Minuten Fussmarsch stehen wir dort, wo jedes Jahr circa 700’000 Besucher – wie wir jetzt – ihre Kinnladen staunend runterfallen lassen: an den berühmten Cliffs of Moher. Die Abbruchkante ist gewaltig, 214 Meter an der höchsten Stelle. Unten tost der Atlantik schwarzblau und schlägt unermüdlich mit gewaltigen Fontänen an die quergestreiften Felswände aus Sandstein, Schluff und Schiefer. Darin tummeln sich unzählige Möwen, Dohlen und Lummen, aber auch Sturm- und Papageientaucher. «Schon ziemlich beneidenswert, wie scheinbar mühelos sie dieses Spiel mit den Aufwinden beherrschen», ruft mir Jürg gegen die steife Brise zu. Ich nicke gedankenverloren. Zu verträumt sollte man allerdings nicht an der üppig begrasten Kante umherschlendern. Jedes Jahr finden einige Besucher hier den Tod – und manche davon unfreiwillig. Von dem historischen Aussichtsturm, dem O’Briens Tower, führt der Doolin Cliff Walk 17 Kilometer bis zu dem kleinen Örtchen Doolin. Bis vor nicht allzu langer Zeit war es ein eher abenteuerliches bis riskantes Unterfangen, an den Cliffs entlangzulaufen. Der Farmer Pat Sweeney, selbst begeisterter Wanderer, legte sich schliesslich so lange mit den störrischen Landbesitzern an, bis diese zum grössten Teil einwilligten, ein paar Meter Grund abzugeben, um einen sicheren Weg für die Besucher anzulegen. Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich um die Cliffs of Moher – von Meerjungfrauen bis zu Hexen, die hier ihr jähes Ende fanden. Ihren Namen haben die Steilwände von dem alten irischen Wort «Mothar», was übersetzt «zerstörte Festung» bedeutet und sich auf eine über 2000 Jahre alte Ruine bezieht, die fünf Kilometer entfernt am Hag´s Head stand, genau dort, wo nun der Moher Tower thront. 

An einigen Stellen kann man direkt bis an die Kante laufen. Wie grosse Terrassen liegen die teilweise überhängenden Felsplatten da. Ganz vorsichtig robbe ich bis an den Rand – fürs Foto. Und für den atemberaubenden Moment. Die Aussicht reicht bei schönem Wetter bis zu den Bergketten der Twelve Bens und der Maumturk Mountains im Norden. Vor uns liegen die spärlich besiedelten Aran Islands in nur wenigen Kilometern Entfernung. 

Uns zieht es weiter nach Fanore. Wir wollen einen Teil des Burren Way laufen. Eigentlich ist dieser bestens markierte Weitwanderweg ganze 114 Kilometer lang, nimmt man alle «Loops» mit, sogar 123. Wir müssen uns schweren Herzens auf einen Ausschnitt beschränken. «Burren» leitet sich von dem gälischen Wort «Boireann» ab, was in etwa «steiniges Felsland» bedeutet. «Mondlandschaft würde es auch gut treffen», sage ich zu Jürg, so rau und auch ein wenig lebensfeindlich wirkt es. Tatsächlich laufen wir gerade auf Meeresgrund. Vor rund 340 Millionen Jahren war der Burren noch der Boden eines Flachmeeres. Kein Wunder also, dass die Kalksteinschichten mit maritimen Fossilien durchsetzt sind. Die nahezu baumfreie Landschaft haben vor fast 6000 Jahren jungsteinzeitliche Bauern verschuldet, indem sie einen Grossteil der ursprünglichen Kiefern-Hasel-Wälder abrodeten. Bis heute bewirtschaften etwa 500 Landwirte den Burren – Tendenz fallend, leider. 

«Ihr habt ja so ein Glück mit dem Wetter», gratuliert uns ein Ire, mit dem wir kurz ins Plaudern kommen. Anfänglich irritierte uns diese Einschätzung bei ein wenig Sonne und vornehmlich graumelierten Wolken. Nachdem der Satz allerdings bei nahezu jeder Begegnung mit Einheimischen, bei der es nicht regnete, fiel, wissen wir mittlerweile, dass es das irische Wetter ganz gut mit uns meint. Herrlich ist das Wandern hier, bis zu 300 Meter über dem Meeresspiegel führt der Weg durch die Hügel. Die Kargheit der karstigen Landschaft vor dem tiefblauen Atlantik, durchzogen von zahllosen Steinschichtmauern, versetzt uns im Kopf um Jahrhunderte zurück. Auch der Schriftsteller J.R.R. Tolkien soll beim Wandern durch den Burren die Idee für seine weltberühmte Trilogie «Herr der Ringe» entwickelt haben. Immer wieder stellen wir uns laut die Frage, welche unglaublichen Anstrengungen es für die Bauern gewesen sein müssen, das schier endlose Mauerwerk aufzutürmen. Gut, Steine sind zur Genüge da. Dennoch, beim Berühren des scharfkantigen Baumaterials lässt sich erahnen, welche Strapazen dahintersteckten.
Nachhaltigkeitsplädoyer auf die irische Art.
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Nachhaltigkeitsplädoyer auf die irische Art.
Der Wild Atlantic Way führt über 2600 km durch faszinierende, wilde Küstenlandschaften.
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Der Wild Atlantic Way führt über 2600 km durch faszinierende, wilde Küstenlandschaften.
Der leicht saure Regen hat über ein «paar» tausend Jahre unzählige tiefe Kanäle ins Gestein geätzt.
Absolut ir(r)e! – Trekking an Irlands wilder Westküste
Der leicht saure Regen hat über ein «paar» tausend Jahre unzählige tiefe Kanäle ins Gestein geätzt.
Ein integraler Baumeister dieser faszinierenden Landschaft ist der irische Regen. Sein Wasser wirkt wie eine milde Säure. Da es nicht versickern konnte, hat es sich langsam – wir sprechen von Jahrmillionen – partiell durch die Kalksteinschichten gefressen und bizarre Muster hinterlassen. Direkt an der Küste, zwischen Murrough und der Landspitze Black Head, liegt wie eine natürliche Aussichtsterrasse das Werk der Erosion. Feinädrige, aber metertiefe Minischluchten durchsetzen die fast ebenen Felsplatten. Dazwischen liegen Findlinge wie Krümel eines leergefutterten Geburtstagskuchens. Wehe dem, der hier nicht mit vernünftigem Schuhwerk unterwegs ist, rasiermesserscharf sind die Steinkanten. Und doch blitzen überall Pflänzchen durch die scheinbar so garstig-karstige, windumtoste Natur. Die Vielfalt ist bemerkenswert. Pflanzen aus dem arktischen Raum wie aus der Mittelmeerregion. Wilde Orchideen, Thymian und Pfefferminze gedeihen hier ebenso wie Storchschnabel, Roter Klee, Johanniskraut, Enzian und Schlüsselblumen, die sich durch die Felsspalten schieben. 

«Hast du auch so einen Bärenhunger?» Jürg nickt mit unterzuckertem Blick. Frische Meeresluft und Bewegung machen eben hungrig und durstig. Nach einem kurzen Zwischenstopp in unserer Herberge – einem urtypischen irischen B’n’B – sitzen wir in Ballyvaughans Dorf-Pub. Vor uns dampft cremige Muschelsuppe, ein Muss in der Region. Nach einigen Löffeln kehren die Lebensgeister zurück. Zum Nachtisch gibt es irische Live-Musik und zwei frisch gezapfte Guiness.

Zwölf auf einen Streich

111 Kilometer weiter nördlich, im gefühlten Nirgendwo, schultern wir die Trekking-Rucksäcke. Beinahe wären wir dem Wild Atlantic Way weiter gefolgt. Diese Traumstrasse – mit über 2600 Kilometern Strecke eine der längsten ausgewiesenen Küstenstrassen der Welt – führt vom Städtchen Kinsale ganz im Süden bis zu der Halbinsel Inishowen an der Nordspitze der grünen Insel. Nicht sattsehen kann man sich an dieser wilden Landschaft, die nur von kleinen beschaulichen Fischerörtchen unterbrochen wird. Leuchtend weisse Sandstrandbuchten blitzen hier und da aus dem sattgrünen, felsduchsetzten Bilderbuchszenario, dann wieder knorrige Wälder und mystische Moorabschnitte. An den Strassenrändern wechseln sich tiefenentspannt grasende Schafe und Stände ab, an denen – Überraschung – einheimische Wollprodukte verkauft werden. Auf uns aber warten die Berge, genauer gesagt die Twelve Bens oder auch Binns, wie sie in der irischen Sprache heissen. Aus der Vogelperspektive bildet die Kette aus zwölf maximal 729 Meter hohen Gipfeln ein nach Süden geöffnetes Hufeisen. An dessen Fuss liegen vereinzelte Bauernhöfe, deren Schafherden das Flusstal und die Hänge der Twelve Bens abgrasen. Wiesel­flinke Hütehunde lassen uns lautstark wissen, dass wir ihren Schützlingen nicht zu nahe kommen sollten. Cool bleiben und einfach weitergehen. Dann beginnt der Aufstieg, erst durch morastige Wiesen, dann durch widerspenstiges Gestrüpp an den ersten Steilabschnitten. «Siehst du einen Weg?», frage ich Jürg. «Nö, irgendwie rauf.» Überall meint man, Pfade zu erkennen. Die meisten allerdings sind schafgemacht. Technisch schwierig ist das Gelände nicht, aber mit dem Rucksack, in dem Zelt, Schlafsack, Kocher, Wasser und Proviant für zwei Tage stecken, brauchen wir des Öfteren unsere Hände, um uns hochzuziehen. In zehn knackigen Stunden könnte man die Twelve Bens auch als Tagestour absolvieren, aber der Gedanke, völlig einsam mit königlicher Aussicht dort oben sein Zeltlager aufzuschlagen, brauchte nicht viel Überredung.

Oberhalb der Gestrüppgrenze tauchen wir ein in eine graue Welt aus scharfkantigen Quarzitfelsen und Myriaden von Steinen aller Grössenordnungen. Jetzt können wir auch so etwas wie einen Trail erkennen. Als der erste Gipfel – markiert durch einen simplen Stein­haufen – erreicht ist, folgt die Belohnung: Der Ausblick sucht wirklich seinesgleichen. Die Berghänge laufen in verschiedensten Erdtönen aus und gehen bis zum Meer in einen Fleckenteppich aus Mooren und Seen über. Bloss nicht zu viel glotzen, der «Weg» braucht volle Aufmerksamkeit. Beharrlich schlängeln wir uns auf und ab, kassieren Binn um Binn, zählen die Gipfel. Dazwischen immer wieder innehalten und die phänomenale Aussicht geniessen. Gut die Hälfte haben wir am Spätnachmittag erreicht. Die Schritte verlangsamen sich auf der Suche nach dem perfekten Logenplatz. Genau im Scheitelpunkt des Hufeisens werden wir fündig. Im Norden leuchten grasgrün die Hügel des Connemara Nationalparks, fast 3000 Hektar Abenteuerland. Menschen sind in dieser Wildnis weniger als Mangelware. Ein Paradies für ­Outdoorer, die die Einsamkeit suchen. Jürg und ich haben auf gemeinsamen Touren immer ein Ritual: Jeder schleppt etwas Luxus mit, von dem der andere nix weiss. Zum richtigen Zeitpunkt – nämlich genau jetzt, während der Kocher fauchend das kiloschwere Wasser anheizt und wir uns vor den Zelten erschöpft niederlassen – zieht er ein Stück geräuchertes Rinderfilet aus seinem Rucksack. Zufrieden schmatzend wandert der Blick um 360 Grad. Wir verstehen nun vollends, was die Iren mit dem guten Wetter meinen. Die Sonne blitzt hier oben immer nur kurz durch die Wolkenbänder, am Meer dagegen knallt sie runter und verwandelt die Küste in ein blaugrün leuchtendes Band. Lichtstimmungen, wie man sie nur an Orten bekommt, die man sich hart erarbeiten muss.
Zwischen den Twelve Bens und dem Meer liegt ein Fleckenteppich aus Seen, Fjorden und Marschland.
Absolut ir(r)e! – Trekking an Irlands wilder Westküste
Zwischen den Twelve Bens und dem Meer liegt ein Fleckenteppich aus Seen, Fjorden und Marschland.

Bockspringen in den Bergen

Der nächste Morgen begrüsst die Bergbewohner mit strahlendem Sonnenschein. Noch etwas steif hangeln wir uns durch die Steinwüste. Versprengte Schafe beobachten unser Fortkommen mit wenig intelligenten Blicken. Mit ihren wollweissen Puschelkörpern, den schwarzen Köpfen und den Streichholzbeinchen sind sie unverkennbar die Vorbilder der Zeichentrickserie «Shaun the Sheep». Kaum vorstellbar, dass diese dünnen Stelzen sie sicher durch das alpine, schroffe Gelände tragen. Bisweilen fühlen wir uns mit ihnen im Geiste verbunden, dann nämlich, wenn ein einzelnes Exemplar wie angewurzelt auf einer exponierten Anhöhe steht und ­scheinbar den Blick in die Ferne geniesst. Die Klettereinlagen werden auf dem östlichen Kamm anspruchsvoller, das erhöht den Abenteuerfaktor und den Kalorienverbrauch. Zur Mittagszeit schliesslich ist der letzte der Twelve Bens gemeistert. Nur, wie runter? «Ich glaube, da müssen wir wieder selbst spuren», ist Jürgs Zusammenfassung unserer suchenden Blicke. Runter kommen sie immer, heisst es in den Bergen. Und so stehen wir eine knappe Stunde später am Wandfuss inmitten einer Schafherde mit ängstlich mähenden Lämmern und wenig mutigen Alttieren. Ein paar Zäune müssen überwunden werden, dann ist die Strasse in Sicht. Gesichtet hat uns auch schon die Bäuerin, die uns gestikulierend bedeutet, wo wir zu gehen haben. «Au weia, jetzt gibt es Anschiss», befürchte ich. Doch dafür kenne ich die Iren noch zu wenig. Mit ehrlicher Herzlichkeit reicht sie uns lächelnd ihre von körperlicher Arbeit gezeichnete Hand. Begeistert ist sie, als wir von unserer Tour erzählen und dass wir es so schön finden in und auf ihrem Land. Ihre Einladung zum Tee müssen wir leider ablehnen, wir sind ohnehin spät dran. «Habt ihr Füchse gesehen?», will sie noch wissen. Kopfschütteln. «Die fressen nämlich unsere Lämmer und richten grossen Schaden an.»
Hoffentlich hält die Sohle – eine klassische Wegführung gibt es auf den Twelve Bens nicht.
Absolut ir(r)e! – Trekking an Irlands wilder Westküste
Hoffentlich hält die Sohle – eine klassische Wegführung gibt es auf den Twelve Bens nicht.
Einsamer ­Logenplatz mit Blick aufs Meer und «gutem» irischen Wetter.
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Einsamer ­Logenplatz mit Blick aufs Meer und «gutem» irischen Wetter.

Finale mit Seafood, Pubs und Party

Zum Abschluss unseres Westcoast-Trips gäbe es keinen besseren Ort als das umtriebige Küstenstädtchen Galway. Mit knapp 80.000 Einwohnern, darunter 20 Prozent Studenten, liegt es grössenmässig zwar hinter Dublin und Cork. Doch in puncto Kunst-, Musik- und Pub-Kultur gilt die Universitätsstadt als heimliche Hauptstadt Irlands. Neben wuchtigen historischen Steinbauten zieht sich durch die Innenstadt ein Band aus kunterbunten Holzfassaden mit endlosen Möglichkeiten, unseren Samstagabend zu verbringen. Die alte Lady, die unser Bed & Breakfast betreibt, wünscht uns zwinkernd «Habt einen grossartigen Abend». Anscheinend weiss sie, dass ihre Gäste selten nüchtern und ohne durchgetanzte Beine zurückkehren. Überall ist der Charme der vielen Jahrhunderte zu spüren, die Galway bereits auf dem Buckel hat. Seinen Aufschwung erlebte es zwischen 1232 und 1243, als die Engländer die irische Provinz unterwarfen und hier eine grosse Festung errichteten. Übrigens entstammt von hier auch der Begriff Lynch­justiz: Ab 1484 stellte die mächtige Familie Lynch über 169 Jahre lang 83 aufeinanderfolgende Bürgermeister. Einer von ihnen, James Lynch Fitz Stephen, hängte 1493 seinen eigenen Sohn an den Galgen, weil dieser aus Eifersucht einen spanischen Studenten ermordet hatte. Selbst der Henker von Galway hatte nicht den Mut aufgebracht, den Jüngling einer so mächtigen Familie aufzuknüpfen. Wir geniessen unsere Henkersmahlzeit in vollen Zügen: Muschelsuppe, Hummer und dazu einheimisches Hopfengebräu. Danach folgt die Qual der Wahl. Durch fast jede bunt bemalte Pub-Tür ertönt Live-Musik aller Richtungen. Und trotz etwas müder Beine verleitet uns schliesslich irischer Folk-Rock zum Zappeln und ortsüblichen Durstlöschen. Ganz schön wild hier an der irischen Westküste.
Galway verzückt mit gemütlichen Pubs, viel Live-Musik, frischem Seafood und süffigem Craft-Bier.
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Galway verzückt mit gemütlichen Pubs, viel Live-Musik, frischem Seafood und süffigem Craft-Bier.
Shaun every­where – die irischen Schafe lieben das Bergwandern genauso wie wir.
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Shaun every­where – die irischen Schafe lieben das Bergwandern genauso wie wir.
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