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ATK C-Raider

ATK C-Raider
Text: Christian Penning | Datum: 15.10.2019
ATK C-Raider
ATK

489 CHF

TESTEINDRUCK

Die ATK C-Raider 12 ist eine Neuentwicklung, die der R12 sehr nahekommt, aber rund 65 Euro günstiger ist. Ausgelegt ist die C-Raider 12 ebenfalls für den Freetouring- und Allround-Touren-Einsatz. Mit 345 Gramm samt Stopper bietet sie ein attraktives Gewicht. Damit eignet sie sich auch für lange Touren mit vielen Höhenmetern und ausgedehnte Skidurchquerungen. Der Hinterbacken und Stopper sind fast identisch mit denen der R12. Am Vorderbacken liegen die Federn wie bei klassischen Pin-Konstruktionen frei. Die C-Raider 12 macht optisch einen hochwertigen Eindruck mit ihrem hohen Anteil an Stahl- und Aluteilen. Im Aufstieg wie in der Abfahrt wirkt die Bindung angenehm steif. Unterschiede zur R12 sind auf Schnee nur minimal zu spüren. Das bestätigen auch die Labordaten. Die guten Steifigkeitswerte liegen nur minimal unter denen der R12. Mit der liegt die C-Raider 12 im Testfeld der leichten Pin-Bindungen im Steifigkeits-Ranking knapp an der Spitze.

Auch was den Bedienungskomfort betrifft, ähneln sich R12 und C-Raider 12. Der Verriegelungshebel am Vorderbackens der C-Raider 12 ist mit Handschuhen etwas weniger griffig, und die farbige Eloxierung verkratzt bei Bedienung mit der Stockspitze rasch. Der Einstieg funktioniert problemlos. Die Bindung schnappt präzise und definiert zu. Der Drehmechanismus des Hinterbackens, um 180 Grad zwischen Abfahrts- und Aufstiegsmodus zu wechseln, ist leichtgängig. In Ausnahmefällen kann sich der Hinterbacken bei starkem Stampfen im Aufstiegsmodus verdrehen. Der Skistopper muss per Hand arretiert werden. Beim Drehen des Hinterbackens zurück in die Abfahrtsposition wird der hochgeklappte Skistopper nicht automatisch aktiviert. Vergisst man, den Stopper manuell wieder zu aktivieren, funktioniert der Stopper bei Sturz und Skiverlust nicht. Dann läuft man Gefahr, den Ski zu verlieren. Auch kann der Ski, der in abschüssigem Gelände zum gefährlichen Geschoss werden, das andere Tourengeher verletzen könnte. Neben der Grundposition (1,5°) stehen vier Steighilfehöhen zur Verfügung: 6.4°, 7°, 9,8° und 10.5° (Angaben entsprechen Sohlenlänge 314 mm). Die Bedienung der Steighilfen ist sehr leichtgängig. Dabei kann es vorkommen, dass die Steighilfen ungewollt zurückklappen, wenn man den Ski zum Beispiel bei aktiven Kickkehren oder im tiefen Neuschnee dynamisch bewegt. Im Praxistest öffnete sich die Bindung im Aufstieg auf hartem, steilem Untergrund einige Male trotz aktivierter Verriegelung des Vorderbackens.

Das ergab der Labortest
Bei der Überprüfung der Z-Wert-Einstellung mittels Sichtfenster-Skala im Labortest schneidet die C-Raider 12 vergleichsweise passabel ab. Allerdings treten relevante Abweichungen zwischen Sichtfenstereinstellung und tatsächlichen Auslösewerten in der Drehsturzauslösung bei niedrigen Z-Werten auf. Auch die Zuverlässigkeit bei 25 Auslösewiederholungen ist hoch. Hier gab es nur minimale Abweichungen von 1-2 Prozent. Ohne Komplikationen funktioniert die C-Raider 12 auch bei Drehstürzen mit Körpervorlage. Bei Körperrücklage allerdings überschritten die Auslösewerte, wie bei allen Testkandidaten, die laut Bindungsnorm zulässige Toleranzgrenze von 25 Prozent im Vergleich zum Sollwert. Mit 54,1 Prozent lag der Wert deutlich zu hoch und bewegte sich auf demselben Niveau wie bei der R12.

Den Test mit seitlicher Stossbelastung bestand die C-Raider 12 wie alle anderen getesteten Bindungen nicht. Die Bindung kann seitliche Schläge nicht in dem Masse kompensieren, wie es die Tourenbindungsnorm erfordert. Sie öffnet vorzeitig.

Stärken

+ nur sehr geringe Abweichungen von Z-Wert-Einstellung und tatsächlichen Auslösewerten
+ gute Kraftübertragung
+ gutes Gewichts-Performance-Verhältnis
+ hohe Vielseitigkeit

Schwächen

– Abstriche bei der Sicherheitsauslösung bei Stürzen in Körperrücklage
– Schwächen bei seitlichen Stossbelastungen
Produktdaten
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